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Schuljahresbeginn: Es braucht Qualität statt schönem Schein

Ulrike Grosse-Röthig

Zum Schuljahresbeginn 2026/27 fordert die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag Ulrike Grosse-Röthig: „Mit Beginn des neuen Schuljahres muss Schluss sein mit einer Bildungspolitik, die nur auf Öffentlichkeitsarbeit ausgelegt ist. Schülerinnen und Schüler haben mehr verdient. Wir brauchen Qualität statt schönem Schein. Mit Trickserei zu Lasten der Unterrichtsqualität rechnet Minister Tischner den Unterrichtsausfall runter. Das ist nicht nur ein Problem für die Schülerinnen und Schüler, sondern auch für Lehrkräfte, die fachlich guten Unterricht anbieten wollen. Minister Tischner ist aufgefordert, die Verwaltungsverordnung unverzüglich wieder zu verändern und Thüringens Anspruch als Bildungsland gerecht zu werden.“

 

Mit Blick auf die Besondere Leistungsfeststellung (BLF) erklärt Grosse-Röthig: „Ältere Lehrkräfte höher zu belasten und gleichzeitig an einer Prüfung festzuhalten, die einen ‚Leichtmatrosenabschluss‘ zur Folge hat, der nur in drei Bundesländern anerkannt wird, passt nicht zusammen. Andere Bundesländer machen es vor, auch Thüringen ist in der Lage, Bürokratie und Aufwand abzubauen und die BLF zur Geschichte zu machen. Kein Schüler und keine Schülerin bekommt etwas ‚geschenkt‘, wenn das Klassenziel der 10. Klasse gleichzeitig die Erlangung des Realschulabschlusses bedeutet. Junge Menschen bringen auch Leistung ohne BLF.“

 

Gleichzeitig fordert die Abgeordnete, die Verschlechterung bei der Regelung der Altersabminderung der Lehrkräfte zurückzunehmen: „Die Abminderungsstunden für Lehrkräfte, die seit vielen Jahren ihr Bestes geben, um Fehler der vergangenen CDU-Regierungen auszubaden, ist und bleibt ein Skandal, der mit sofortiger Wirkung wieder beendet werden muss. Altersabminderung ist kein Luxus, sondern erhält den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Lehrkräfte. Gleichzeitig brauchen Lehrkräfte mehr Unterstützung bei Verwaltungsaufgaben durch Schulverwaltungslehrkräfte, damit sie sich auf den Fachunterricht konzentrieren können.“

 

Die linke Bildungspolitikerin ist zudem der Ansicht, dass bedrohte Schulstandorte mehr Gemeinschaftsschulen brauchen, um erhalten werden zu können. „Die Gemeinschaftsschule ist das Modell der Zukunft. Nicht nur, weil längeres gemeinsames Lernen pädagogisch sinnvoll ist, nicht nur, weil es einer zerrissenen Gesellschaft guttut, mehr Gemeinschaft zu üben, sondern auch, weil drei nebeneinander sterbende Schulformen nicht für ein Thüringen stehen, wie es für ein Bildungsland angemessen ist“, so die Abgeordnete.

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