König-Preuss: Halle des Elends in Hermsdorf schließen

Katharina König-Preuss, Markus Gleichmann
Asyl-MigrationPresseKatharina König-PreussMarkus Gleichmann

„In einer Zeit, in der Solidarität und Menschlichkeit in besonderem Maße gefragt sind, stehen wir vor einem erschütternden Beispiel Versagens von dafür Zuständigen. Die Erstaufnahmeeinrichtung in Hermsdorf, die man treffender beschreibt als eine Halle des Elends, muss unverzüglich geschlossen werden. Ich freue mich darüber, dass die Zivilgesellschaft, die derzeit bundesweit für den Erhalt der Demokratie auf die Straße geht, heute in Thüringen zeigt, dass dies auch bedeutet, für die Menschenrechte derer einzustehen, die bei uns Schutz suchen“, so Katharina König-Preuss, migrationspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag.

Unter dem Motto: „Solidarität muss praktisch sein! Ein Lager ist kein Zuhause - Die Unantastbarkeit der Menschenwürde gilt für alle!“ findet am heutigen Donnerstag eine Demonstration in Hermsdorf statt, die eine sofortige Schließung der dortigen Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete fordert.

Hintergrund:

Seit August 2023 sind in dieser Einrichtung, die aus einer großen Lagerhalle besteht, die weder für Wohnzwecke ausgelegt noch entsprechend ausgestattet ist, 750 Menschen untergebracht. Die dortigen Bedingungen – kein Tageslicht, keine Privatsphäre, teils vergammeltes Essen, mangelhafte medizinische Versorgung und fehlende soziale Infrastruktur – spotten jeder Beschreibung von Menschlichkeit und Würde. Es ist ein Zustand, der sich inzwischen auf mehr als fünf Monate ausgedehnt hat und zu verschiedenen psychischen Störungen bei den Bewohnern geführt hat, ohne dass psychologische Betreuung oder Beratung angeboten wird.

„Das Fehlen grundlegender Standards eines Aufnahmezentrums wie ärztliche Versorgung, Beratung zum Asylverfahren und Sprachkurse, teils gar Unterbringung von Minderjährigen und Menschen mit körperlichen Behinderungen unter inakzeptablen Bedingungen sowie das Ignorieren spezieller Schutzbedürfnisse. Die Ankündigung, dass das einst als Provisorium mit kurzen Aufenthaltszeiten von wenigen Tagen gedachte Lager weiter geöffnet bleiben soll, ist ein Schlag ins Gesicht aller Betroffenen und Unterstützer“, konstatiert die Fachpolitikerin

Die Bewohnerinnen und Bewohner der Halle haben in ihrer Verzweiflung bereits selbstorganisierte Demonstrationen und Hungerstreiks durchgeführt und einen Offenen Brief an den Thüringer Innenminister Georg Maier gerichtet.

„Ich appelliere hiermit nachdrücklich an den auch für kommunale Angelegenheiten zuständigen Innenminister Georg Maier, seiner Verantwortung gerecht zu werden und in Zusammenarbeit mit den Kommunen und dem Landesverwaltungsamt eine rasche Verteilung der in Hermsdorf untergebrachten Personen zu organisieren. Es darf nicht sein, dass Menschen unter solchen Bedingungen leben müssen, während politische Verantwortungsträger mit Verweis auf die enge Haushaltslage untätig bleiben. Menschenwürde darf aber niemals eine Frage der Kosten sein!“, so König-Preuss.

„Es ist Zeit zu handeln und zu beweisen, dass die Unantastbarkeit der Menschenwürde für alle gilt. Der Innenminister ist aufgefordert, aktiv zu werden. Die Erstaufnahmeeinrichtung in Hermsdorf muss geschlossen werden – jetzt!“, so die Abgeordnete.

Katharina König-Preuss und Markus Gleichmann werden für die Fraktion Die Linke heute an der Demonstration für die Schließung der Erstaufnahmeeinrichtung in Hermsdorf teilnehmen.