Hochschulfinanzierung: Land lässt zu viele Fragen offen
Nach dem ersten Werkstattgespräch von Mitte Februar 2026 sowie nach Fraktionsgesprächen mit Studierenden, Beschäftigten, Lehrenden und Präsidentinnen und Präsidenten der Thüringer Hochschulen sowie Gewerkschaften zur Gestaltung der Zukunft der Hochschulen in Thüringen erklärt Christian Schaft, Fraktionsvorsitzender und hochschulpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag: „Nach wie vor lässt die Landesregierung zu viele Fragen zur Hochschulfinanzierung offen und das bremst den aktuellen Prozess. Das führt zu großer Verunsicherung an den Hochschulen. Es braucht gemeinsam formulierte Ziele wie die Hochschulrahmenvereinbarung zukünftig aussehen soll. Das muss auch das CDU-geführte Bildungsministerium begreifen, ebenso wie das BSW-geführte Finanzministerium. Die Veränderung mit dem Abrissbagger herbei zu sparen kann nicht die Antwort sein. Die Bereitschaft zu Veränderungen an den Hochschulen ist da. Dieser Wille muss konstruktiv und für den Wissenschaftsstandort Thüringen gewinnbringend genutzt werden.“
Insbesondere müssten Lösungen für strukturelle Probleme auf den Tisch. Schaft fordert: „Wir sollten eine Lösung zur Übernahme der Versorgungsausgaben und Finanzierung von Tarifsteigerungen suchen. Zudem braucht es eine Verständigung zu verbindlichen Kooperationen der Hochschulen. Das betrifft vor allem Finanzierungsfragen und konkrete Ideen zur Stärkung der Qualitäten der einzelnen Hochschulstandorte. Dieser Prozess soll schnell starten, denn die Zeit ist knapp."
Die einseitige Sichtweise der CDU-Fraktion beim Thema Hochschulpolitik, kritisiert Schaft: „Die CDU sieht die Wissenschaftsstandorte ausschließlich aus der Perspektive des Gewinns und der Wertschöpfung für die Wirtschaft. Wissenschaft dient auch der Gesellschaft. Innovation, Bildung und Forschung sind miteinander eng verflochten und können ihre Wirkung nur entfalten, wenn alle drei Dimensionen gleichberechtigt nebeneinanderstehen und in Gesellschaft und Wirtschaft Wirkung entfalten.“
Zudem verweist Schaft auf ein kürzlich erschienenes Papier aus dem Wissenschaftsrat „Wissenschaft in Deutschland – Perspektiven bis 2040“, das eine Hilfestellung bietet, die Ziele für eine neue Rahmenvereinbarung VI konkret zu machen. Dazu Schaft abschließend: „Die beschriebenen Herausforderungen sind für den Wissenschaftsstandort Thüringen relevant. Thüringen braucht eine klare Vision für eine Hochschullandschaft 2040+, die alle Statusgruppen bei den anstehenden Veränderungen mitnimmt. Das Bild einer Wissenschaftsrepublik mit einer klaren Prioritätensetzung zur Finanzierung in Forschung und Lehre sollte das gemeinsame Ziel sein.“

