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Kreisgebietsreform als Chance begreifen

Der Vorschlag von Innenminister Holger Poppenhäger für eine Kreisgebietsreform mit acht Landkreisen und zwei kreisfreien Städten liegt seit etwa einem Monat auf dem Tisch. Ronald Hande (MdL) beurteilt den Vorschlag als einen vernünftigen Schritt in einer vernünftigen Größenordnung. Auch einem Großkreis aus Schmalkalden-Meiningen, Hildburghausen, Sonneberg und Suhl kann er viel positives abgewinnen.

„Veränderungen sind manchmal einfach notwendig, auch in Thüringen, auch was Struktur und Zuschnitt der Landkreise betrifft,“ so der Sprecher für Landesentwicklung und Landesplanung. Seit Jahren beobachte er, dass für das politische Erfurt Thüringen scheinbar am Rennsteig ende. Alles dahinter sei quasi schon Bayern.

Der Vorschlag des Innenministers zeigt jedoch, dass es hinter dem Rennsteig noch einen richtig großen Teil Thüringen gibt. Mit der Reform ergibt sich die Chance die Region als Ganzes zu entwickeln, denn diese könnte als Großkreis ihre Bedeutung und ihr Gewicht gegenüber Erfurt erhöhen. In der Vergangenheit war das Kirchturmdenken für keinen der bisherigen Kreise bzw. Städte vorteilhaft. Nun gibt es die Möglichkeit als Region mit einer Stimme zu sprechen. „Das ist eine Starke Stimme. Eine Stimme die so stark sein kann, dass sie es schafft, über den Rennsteig hinweg in Erfurt gehört zu werden,“ so Hande. „Dass die bisherigen Landräte an den alten Strukturen festhalten, ist verständlich. Wer sitzt schon gern auf einem Stuhl der zu kippen droht. Aber das darf nicht der Grund sein, die Entwicklung einer ganzen Region zu behindern. Das gilt nicht nur aber besonders für Südthüringen.“

Auch die Frage, was die künftige Kreisstadt sein wird, ist nicht entscheidend. Letztlich interessiert es die Bürgerinnen und Bürger nicht, wo der Landrat seinen Büro hat, sondern dass sich die Entfernungen für Behördengänge nicht erhöhen. Dieser Gefahr kann jedoch leicht mit Bürgerbüros in den bisherigen Kreisstädten begegnet werden.

Ein anderes Argument politischer Gegner ist, dass sich die Bürgerinnen und Bürger nicht mit einem solch großem Gebilde identifizieren könnten. Für Hande ist dies nicht nachvollziehbar: "Als Benshäuser Bürger identifiziere ich mich mit meinem Ort und als Thüringer mit meinem Bundesland. Dass sich jemand mit seinem Landkreis identifiziert, ist mir noch nicht untergekommen.“