15. Mai 2018

Machen statt meckern im Altenburger Land

Kernanliegen linker Politik sind die Stärkung und Durchsetzung von Bürgerechten und –interessen. Dazu gibt es auf Landes- und Kommunalebene unterschiedliche Möglichkeiten direkter Demokratie, die es aufzuzeigen gilt. Denn "Nein" sagen kann jeder, sich für etwas einzusetzen, erfordert dagegen Mut und Engagement.

Unter dem Motto „Machen statt meckern“ berichteten deshalb am 14.05.2018 im Kulturhaus Rositz Lothar Schumann von der Bürgerinitiative Rositz/Schelditz sowie Thomas Bauer vom Verein Naturvertriebene e.V. von ihren Projekten.

Lothar Schumann: „Das meiste, was man hört, ist meckern, auch in der Politik. Will man aber wirklich etwas verändern, so muss man machen.“ Dazu seien alle aufgefordert, schon auf der untersten Ebene, der Gemeinde. Herr Schumann berichtete, wie lange es dauerte, bis die BI Rositz/Schelditz mit ihrer Petition Gehör fand und mit welcher Hartnäckigkeit man am Thema dranblieb, bis die zuständigen Behörden und Politiker die Probleme in Schelditz ernst nahmen und handelten. Mit Erfolg, denn die mit verseuchtem Grundwasser belasteten Gebiete wurden zum Teil saniert bzw. deren Einwohner entschädigt.

Der Verein Naturvertrieben e.V., so erzählte Thomas Bauer, setze sich hingegen für die Entwicklung des ländlichen Raumes ein. Herr Bauer arbeitet mit seinen Mitstreitern an der Entwicklung von nachhaltigen Systemen, welche eine Gemeinschaft dazu befähigen, ihre lebensnotwendigen Grundbedürfnisse wie Energie und Lebensmittel weitgehend selbst zu erzeugen bzw. zu verbrauchen. Als Beispiel für so ein System, errichtet der Verein den alten Mühlenhof in Lumpzig völlig neu und zwar energieautark zusammen mit einer ökologischen und nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Unter dem Motto „Mach mit, mach nach, mach besser“ fördert der Verein den kulturellen Austausch sowie Ansätze Generationen übergreifender Zusammenarbeit.

In der anschließenden Diskussion stellte Anja Müller, Sprecherin für Petitionen und Bürgerliegen der Fraktion DIE LINKE. im Thüringer Landtag das neue Gesetzt zur direkten Demokratie in den Thüringer Kommunen vor. Ute Lukasch und Ronald Hande, beide Mitglieder im Petitionsausschuss des Thüringer Landtages, diskutierten mit dem Publikum rege den Zusammenhang von Bürgerbeteiligung, handlungsfähigen Gemeinden und notwendigen Reformen in der Verwaltungsstruktur.